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Schlechter, Friedrich Richard Rudolf
(16. Oktober 1872 - 15. November 1925)
Botaniker. Offizielles Kürzel: Schltr.

Rudolf Schlechter besuchte das Friedrich Wilhelms Gymnasium in Berlin und absolvierte anschließend eine Gärtnerlehre bei F. BLUTH. Von 1891-95 unternahm er seine erste Forschungsreise nach Südafrika und betrieb im Auftrag von Harry BOLUS herbariologische Studien an dessen Herbarium. Die 7000 Herbarbelege, die er in dieser Zeit sammelte, gingen an das das Museum des Zürcher Botanischen Gartens erworben; eine 4500 Teile umfassende Dublettenkollektion erhielt das Berliner Staatsherbar.Von 1896-1898 erfolgte eine zweite Sammelreise nach Südafrika, diesmal gingen alle Herbarbelege an das Berliner Botanische Museum. Auf dieser Reise erkrankte er schwer, und war seinem Tod sehr nahe.
Nach seiner Rückkehr studierte er in Berlin Botanik.
1899 wurde er Expeditionsleiter einer Kautschukexpedition nach Westafrika. Diese Expedition, die unter anderem nach Kamerun, Kongo und Togo führte, dauerte von Februar 1899 bis Mai 1900.
Vom Kolonialwirtschaftlichen Komitees wurde er abermals mit einer Reise (Dez. 1900 - März 1903) betraut, diesmal zum indonesischen Archipel, insbesondere zu den deutschen Kolonien Kaiser-Wilhelms-Land (nordöstliche Teil Neuguineas) und Bismarck-Archipel (Inselkette im Osten Papua-Neuguineas). Das Ziel der Reise war die Erforschung von Guttaperch Bäumen.Obwohl von Fieberanfällen stark geschwächt bereiste er vor seiner Rückkehr noch Australien, Neukaledonien und Sri Lanka.
Nach seiner Rückkehr führte er sein Studium fort und promovierte 1904.
Von Juni-Dezember 1905 reiste er für kurze Zeit nach Kamerun.
Von Oktober 1906 bis Mai 1910 leitete er erneute eine Guttapercha- und Kautschukexpedition in das Kaiser-Wilhelms-Land. Die Rückreise unterbrach er für ausgedehnte Sammelaufenthalte auf Celebes, Java und Sumatra.
Von der Reise zurückgekehrt heiratete er die Tochter eines wohlhabenden russischen Teegroßhändlers, Alexandra SOBENNIKOFF; die er bereits vor der Abreise kennengelernt hatte. Im Frühjahr 1913 wurde er als Assistent am Berliner Botanischen Museum angestellt und erlangte so eine gesicherte Lebensstellung. Seine Hauptsammlung ging in den Besitz des Museums über. Den 1. Weltkrieg verbrachte SCHLECHTER an der Front in Flandern. Nach Kriegsende erhielt er seine alte Stelle wieder und wurde 1921 zum Kustos befördert. Man schätzt, das SCHLECHTER in den Jahren bis zu seinem Tod über 1000 Orchideen beschrieben hat. SCHLECHTER litt an Spätfolgen mehrerer durchgemachter Tropenkrankheiten. Im Alter von 53 Jahren verstarb er in Berlin und hinterließ seine Frau und zwei noch schulpflichtige Töchter. Seine umfangreiche Pflanzensammlung ging bei der Bombardierung Berlins 1945 verloren.

 

Schomburgk, Moritz Richard
(5. Oktober 1811 - 24. März 1891)
Gärtner, Botaniker und Forschungsreisender, offizielles Kürzel: M.R.Schomb.

M. R. SCHOMBURGK wurde in Freyburg, Sachsen-Anhalt, geboren. Nach einer Gärtnerlehre in Merseburg trat er seinen Militärdienst bei der Königlichen Garde in Berlin an. 1834 wurde er Gärtner im Berliner Tiergarten.
Von 1840-44 begleitete er seinen Bruder Robert als Botaniker und Expeditionsschreiber auf der preußisch-britischen Expedition nach Britisch-Guayana und Brasilien.
Im Revolutionsjahr 1848 musste er wegen politischer Verfolgung fliehen. Er gründete mit seinem Bruder Alfred Otto eine Auswanderergesellschaft und segelte im März 1849 auf der Prinzessin Louise nach Südaustralien ab. Unterstützung hatte er durch Leopold von Buch, weshalb die Siedlung, die er zusammen mit Otto nahe Adelaide gründete, Buchfelde genannt wurde. Während sein Bruder Otto die Süd-Australische Zeitung begründete, pflanzte Richard den ersten Weinberg an.
1862 bewirtschaftete er bereits zwei Hektar Land; von 1860 bis 1861 stand er dem Distrikt von Mudla Wirra vor. Er begründete in dieser Zeit das Gawler Museum.
Im September 1865 wurde Richard Schomburgk Kustos des Botanischen Gartens von Adelaide. Er verwandelte die „sterile Wüste“ in einen der farbenprächtigsten Flecken der jungen Kolonie. Richard besuchte Ferdinand von MÜLLER in Melbourne und erhielt von diesem eine umfangreiche Sammlung von Pflanzen für den Garten in Adelaide. 1872 trug man ihm die Direktion des Botanischen Gartens in Melbourne an, die er aber angesichts seiner Freundschaft mit Ferdinand von MÜLLER ablehnte. 1873 tauschte Richard SCHOMBURGK bereits 18.000 Bäume mit anderen öffentlichen Institutionen und Privatleuten in Australien. Er war zuständig für die Bepflanzung des Wellington Square, des Parks am Parlamentsgebäude und des Marble Hill in Adelaide. Er publizierte umfangreich über die Bedeutung der Wälder für das Klima und über den wirtschaftlichen Wert der Bäume. 1867 errichtete er ein Gewächshaus für Wasserpflanzen im Botanischen Garten Adelaide und kultivierte darin die für viele Jahrzehnte einzige Victoria regia, Victoria amazonica, in Australien; dieser Riesenseerose hatte er den wissenschaftlichen Namen gegeben. Über das Wachstum der Pflanze gab es wöchentliche Presseberichte. Er blieb bis 1891 Direktor des Botanischen Gartens in Adelaide.