Diese Internetseite verwendet Cookies

Sie speichern Informationen über den Inhalt Ihres Warenkorbs.

Ok
  • Infos
  • Info Umpflanzen
  • Paphiopedilum

Alle 2-3 Jahre sollte man seine Paphiopedilum umpflanzen. Umpflanzzeit ist immer von April bis September, in Ausnahmefällen kann bei sehr guter, heller Witterung schon ab Mitte März bis Mitte Oktober umgepflanzt werden, Bitte achten Sie darauf, dass der Neutrieb bereits gut entwickelt ist. Optimal wäre es, wenn sich schon neue Wurzelspitzen gebildet haben.

1. Einen Tag vorher gießen
Die Wurzeln saugen sich voll, werden dadurch weich und geschmeidig. Beim Herausnehmen aus dem Topf werden so bereits viele Riss- und Bruchwunden vermieden.

2. Topf kneten
Bitte nicht die Pflanze einfach aus dem Topf ziehen, sondern unbedingt vorher den Topf kneten. So lösen sich die Wurzeln leicht vom Topfrand, und werden nicht beschädigt. Bittte ganz vorsichtig drücken und kneten, denn Paphiopedilum Wurzeln sind empfindlicher als die Wurzeln vieler anderer Orchideenarten.

3. Das Substrat entfernen
Zunächst fällt das meiste Substrat einfach durch Schütteln ab. Bei gut durchwurzelten Pflanzen sollte man das Wurzelwerk möglichst unbeschädigt lassen, die Wurzeln zusammengewachsen lassen und nicht versuchen, sie auseinanderzuziehen. Falls möglich vorsichtig von unten mittig versuchen, das alte Substrat zu entfernen. Festgewachsene Pflanzstoffbestandteile einfach an den Wurzeln lassen.

4. Alte und kranke Wurzeln entfernen
Wenn das Wurzelwerk komplett gereinigt ist, kann man es sich einmal in Ruhe anschauen. Alte, schwarze, schwarzbraune, leere und tote Wurzeln kann man nun mit einer scharfen Schere entfernen. Das Schneidwerkzeug sollte scharf und sauber sein. Damit Pflanzenkrankheiten wie Bakteriosen, Mykosen und Virosen nicht auf die nächste Pflanze übertragen werden, sollten die Klingen kurz desinfiziert werden. Es kann durchaus ausreichend sein, sie einmal kurz mit dem Feuerzeug abzuflammen, oder in Brennspiritus zu tauchen. (bitte keine Flamme und Brennspiritus gleichzeitig verwenden).

Frauenschuhe wachsen sympodial, sie bilden immer wieder neue Triebe aus. Erst wenn der Trieb halb erwachsen ist, fängt er an, neue Wurzeln zu bilden. Viele Frauenschuhe, Arten und Hybriden, haben einen leicht kletternden Wuchs. So kann es verkommen, dass bei einem Neutrieb der Wurzelhals in der Luft steht und sich keine neuen Wurzeln gebildet haben. Hier muss ganz vorsichtig gearbeitet werden, denn in so einem Fall sind nur noch die Wurzeln des ersten Triebes vorhanden, der dann auch noch leicht abbricht.
Bei Frauenschuhen die Wurzeln immer nur ganz vorsichtig behandeln, sie sind deutlich empfindlicher als die anderer Orchideen. Im Zweifelsfall alle Wurzeln, die einen festen Eindruck vermitteln, nicht abschneiden oder entfernen
In vielen Büchern steht, dass Sie die Wunden mit Holzkohle (Aktivkohle) oder anderen Stoffen verschließen sollten. Das ist nicht verkehrt, aber wenn man den Frauenschuh 1-2 Stunden trocken liegenlässt, schließen sich die Wundstellen von alleine.
Alte, vertrocknete Blätter fallen meist ab hinterlassen an der Basis holzig braun gewordene Überreste. Diese gilt es zu entfernen, damit sich die frischen Wurzeln besser entwickeln können.

5. Das passende Pflanzgefäß


a. der Kunststofftopf: Als Töpfe werden Pflanzgefäße bezeichnet, die oben einen glatten Rand haben und unten flach sind. Dadurch kann das Wasser nicht richig abtropfen, es bildet sich am Boden ein Wasserfilm, und die Durchlüftung ist gestört  Die Töpfe daher immer auf einen Untersatz oder Gitter stellen, damit das Wasser ablaufen kann.

b. der Containertopf: Als Containertopf werden Pflanzegefäße bezeichnet, die unten einen hochgezogenen Boden haben, und bei denen der Rand oben nach außen umgebogen ist. Die Container sind wesentlich besser geeignet als Kunststofftöpfe, da der hochgezogene Boden eine Luftzirkulation ermöglicht.

c. der Tontopf: Der Tontopf ist aus mehreren Gründen nicht geeignet: aufgrund der konischen Form kann er bei blühenden Frauenschuhen sehr leicht umfallen. Der Ton lasst Feuchtigkeit diffundieren, was zu einer Verdunstungskälte und damit zu niedrigen Wurzeltemperaturen führt.

d. Klarsichttöpfe oder Klarsichtcontainer: Den Unterschied zwischen Topf und Container siehe a. und b. Klarsichttöpfe oder container werden gerne für die Orchideenkultur verwendet. Man kann das Wurzelwachstum gut erkennen, und hat auf diese Art und Weise eine gute Kontrolle über das Wachstum. Allerdings gibt es auch Nachteile. Die Klarsichttöpfe und container sind nicht so UV-stabil wie vergleichbare Kunststoffe, nach 2-3 Jahren ist damit zu rechnen, das sie spröde werden und zerbrechen. Wenn Licht, Luft und Feuchtigkeit zusammenkommen, bilden sich immer Algen und / oder Moose an der Topfinnenwand. Diese Pflanzen sind eine hervorragende Entwicklungsmöglichkeit für Trauermücken, Springschwänze und viele andere Schadinsekten.. Am besten ist es, die Klarsichttöpfe in enen Übertopf oder andere Container/ Töpfe zu setzen, so dass sie vor Licht geschützt sind.


Paphiopedilum oder Frauenschuhe bevorzugen als Humusepiphyten kleinere, nicht durchsichtige Töpfe. Die Wurzelentwicklung ist im Dunklen viel besser als im Hellen.

Containertöpfe, Klarsichttöpfe und Klarsichtcontainer können Sie in unserem Orchideen-Online-Shop kaufen.

6. Das Substrat

Für das Umtopfen der Orchideen benötigen Sie immer ein spezielles Orchideensubstrat, Wichtig ist für die Qualität immer die frische Abfüllung. Oftmals werden die Substrate gemischt, in Plastiktüten eingeschweißt, und erreichen dann erst nach langerer Lagerzeit  den Kunden. Dabei haben sich diese Mischungen in der Verpackung zersetzt, sind stark stickstoffhaltig, und häufig verbrennen dann die Wurzeln der umgetopften Pflanzen. Sie sollten  Orchideensubstrat, wenn möglich, immer in einer Orchideengärtnerei kaufen, die dieses Produkt frisch abfüllt, und es zu Hause immer trocken und luftig lagern. So bleibt es mehrere Jahr lang nutzbar.

Orchi-Mix,unser vielfach und lang bewährtes Einheitssubstrat für alle tropischen Orchideen finden Sie im unseren Orchideen-Online-Shop hier.

7. Eintopfen

Frauenschuh Orchideen wachsen sympodial. Kräftige Pflanzen bilden meist 2 3 Neutriebe aus, so dass nach relativ kurzer Zeit die Pflanzen geteilt werden können. Bei Frauenschuhen raten ich dazu, auf den Einsatz der Schere zu verzichten. Der älteste Trieb stirbt im Laufe der Zeit ab, und die Pflanze fällt in den allermeisten Fällen von alleine auseinander. Auch kann man nach dem Austopfen die beiden stärksten Pflanzenteile einmal vorsichtig gegeneinander drehen. Stösst man dabei auf Widerstand sollte man sofort aufhören. Falls der Widerstand nur gering ist, bitte genau schauen, wo scheint die Teilungsstelle zu sein, dann darauf achten, dass die Wurzeln auseinandersortiert werden, und solange vorsichtig weiter drehen, bis der Teilungsvorgang abgeschlossen ist.
Bei einigen Naturformen aus der Paphiopedilum Maudiae Verwandschaft können beim Umtopfen kleine, junge Pflanzen abfallen. Diese einfach ebenfalls in kleine Töpfe separat einpflanzen.
Wenn es die Wurzelmenge nicht zwingend vorschreibt, sollte man bei derselben Topfgrösse bleiben. In vielen Fällen kann der gereinigte Topf auch wiederverwendet werden. Nur wenn die Blattgrösse deutlich zugenommen hat, und die Wurzelmenge es nicht anders zulässt, ist es sinnvoll, auf die nächste Topfgrösse auszuweichen.
Drehen Sie nun die Orchideenwurzeln vorsichtig in das neue Pflanzgefäß. Es kommt häufig vor, dass die Wurzeln dabei brechen. Bei den meisten Orchideen ist dies kein Problem, Paphiopedilum und Phragmipedium sind hier empfindlich. Daher bitte sehr vorsichtig arbeiten und Wurzelbeschädigungen vermeiden. Drehen Sie die Pflanze so tief in den Topf, dass alle Wurzeln, auch eventuell neu erscheinende Wurzelspitzen sich unterhalb der Oberkante des Topfes befinden. Richten Sie Ihr Paphiopedilum dabei gerade, und der (die) Neutrieb(e) sollten sich in der Mitte befinden.
Frauenschuhe wachsen in der Natur fast immer als Humusepiphyt, die Wurzeln, insbesondere die frischen Wurzeln wachsen nicht durch die Luft. Daher sollte der Wurzelhals immer gut eine Daumenbreite tief im Substrat begraben sein.
Jetzt kommt der wichtigste Moment beim Umtopfen: Füllen Sie das frische Substrat unbedingt zwischen die Wurzeln, ziehen Sie dabei die Wurzeln sehr vorsichtig auseinander, damit das frische Substrat dazwischenfällt. Dabei kann man an die Topfseiten klopfen, den Topf aufstossen, schütteln und alles machen, was dazu beiträgt, dass die Zwischenräume gefüllt werden. Vielfach wird das neue Substrat einfach oben aufgefüllt, und dann mit den Daumen nach unten gedrückt. Dabei können die Wurzeln reissen, sie werden auch in der Mitte und unten auf dem Boden zusammengedrückt. Nachfolgend fangen viele Wurzeln dann an zu faulen.
Füllen sie durch Schütteln und stetes, langsames Nachfüllen den Topf bis oben auf, und achten Sie bitte darauf, dass alle Wurzeln mit frischem Substrat bedeckt werden.

8. Nachbehandlung

a. Die umgetopfte Pflanze(n) bitte 24 Stunden nicht giessen oder sprühen. So haben Bruch- und Schnittstellen Zeit, sich zu verschließen, damit bei Feuchtigkeit keine Krankheitserreger eindringen können.

b. In den ersten 14 Tagen sollten die Blattunterseiten morgens und abends besprüht werden. Auf der Blattoberseite gibt es eine wachsartige Schutzschicht, die Cuticula, die wasserundurchlässig ist. Auf der Unterseite sitzen die Spaltöffnungen, die insbesonders in der Dämmerung aktiv sind wenn in der Natur der Tau fällt und dann die Feuchtigkeit aufnehmen. So bekommt durch das Sprühen die Pflanze genügend Feuchtigkeit, und kann sich in Ruhe von dem Umpflanzen erholen. Bei schlechtem Wurzelwerk sollten die Blattunterseiten so lange besprüht werden, bis die Blätter wieder Spannkraft und Glanz bekommen, danach kann man es langsam reduzieren.

c. Bitte die ersten 4 Wochen nach dem Umtopfen nicht düngen. Die Wurzeln sollte hungrig sein, und auf Nahrungssuche gehen, so bildet sich das neue Wurzelwerk wesentlich schneller aus.

Viel Erfolg beim Umtopfen wünscht Ihnen Ihr Team von Röllke Orchideen.