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1. Einen Tag vorher gießen

Die Wurzeln saugen sich voll, werden dadurch weich und geschmeidig. Beim Herausnehmen aus dem Topf werden so bereits viele Riss- und Bruchwunden vermieden.


2. Topf kneten

Bitte nicht die Phalaenopsis einfach aus dem Topf ziehen, sondern unbedingt vorher den Topf kneten. So lösen sich die Wurzeln leicht vom Topfrand, und werden nicht beschädigt. Wachsen die Wurzeln bereits unten aus dem Topf heraus, sollte der Topf vorsichtig zerschnitten werden.


Phalaenopsis Wurzeln frisch gegossen


3. Das Substrat entfernen

Zunächst fällt das meiste Substrat einfach durch Schütteln ab, bei stark durchwurzelten Töpfen kann es aber auch sein, dass der Ballen so dicht ist,das die Wurzeln erst vorsichtig voneinander getrennt werden müssen. Hier merkt man schnell den Unterschied zwischen trockenen und feuchten Wurzeln. Feuchte Wurzeln lassen sich vorsichtig leicht voneinander trennen, trockene Wurzeln reissen sofort längs ein. Das alte Substrat sollte so gut wie möglich komplett entfernt werden, Substratbestandteile, an denen sich die Wurzeln festgesaugt haben, kann man aber ruhigen Gewissens an den Wurzeln lassen.


4. Alte und kranke Wurzeln entfernen

Wenn das Wurzelwerk komplett gereinigt ist, kann man es sich einmal in Ruhe anschauen. Alte, schwarze, schwarzbraune, leere und tote Wurzeln kann man nun mit einer scharfen Schere abschneiden. Das Schneidwerkzeug sollte scharf und sauber sein. Damit Pflanzenkrankheiten wie Bakteriosen, Mykosen und Virosen nicht auf die nächste Pflanze übertragen werden, sollten die Klingen kurz desinfiziert werden. Es kann durchaus ausreichend sein, sie einmal kurz mit dem Feuerzeug abzuflammen, oder in Brennspiritus zu tauchen. (bitte keine Flamme und Brennspiritus gleichzeitig verwenden). Die alten Wurzeln so kurz wie möglich am Stamm abschneiden, so werden die Wundflächen so klein wie möglich gehalten. Bei stark verwurzelten oder überständigen Phalaenopsis kann durchaus ein ganzes Stück Stamm mit Wurzeln im unteren Bereich abgeschnitten werden. In vielen Büchern steht, dass Sie die Wunden mit Holzkohle (Aktivkohle) oder anderen Stoffen verschliessen sollten. Das ist nicht verkehrt, aber wenn man die Phalaenopsis 1-2 Stunden trocken liegenlässt, sind die Wundstellen trocken, und die Infektionsgefahr ist gebannt.


5. Das passende Pflanzgefäß

a. Der Kunststofftopf: Als Töpfe werden Pflanzgefäße bezeichnet, die oben einen glatten Rand haben und unten flach sind. Dadurch kann das Wasser nicht richig abtropfen, es bildet sich am Boden ein Wasserfilm, und die Durchlüftung ist gestört Die Töpfe daher immer auf einen Untersatz oder Gitter stellen, dass das Wasser ablaufen kann.

b. der Containertopf: Als Containertopf werden Pflanzgefäße bezeichnet, die unten einen hochgezogenen Boden haben, und der Rand ist oben nach aussen umgebogen. Die Container sind wesentlich besser geeignet als Kunststofftöpfe, da der hochgezogene Boden eine Luftzrikulation ermöglicht.

c. Der Tontopf: Der Tontopf ist aus mehreren Gründen nicht geeignet: aufgrund der konischen Form kann er bei blühende Phalaenopsis sehr leicht umfallen. Der Ton lasst Feuchtigkeit diffundieren, was zu einer Verdunstungskälte und damit zu niedrigen Wurzeltemperaturen führt.

d. Klarsichttöpfe oder Klarsichtcontainer: Den Unterschied zwischen Topf und Container siehe a. und b. Klarsichttöpfe oder container werden gerne für die Orchideenkultur verwendet. Man kann das Wurzelwachstum gut erkennen, und hat auf diese Art und Weise eine gute Kontrolle über das Wachstum. Allerdings gibt es auch Nachteile. Die Klarsichttöpfe container sind nicht so UV-stabil wie vergleichbare Kunststoffe, nach 2-3 Jahren ist damit zu rechnen, das sie spröde werden und zerbrechen. Wenn Licht, Luft und Feuchtigkeit zusammenkommen, bilden sich immer Algen und / oder Moose an der Topfinnenwand. Diese Pflanzen sind eine hervorragende Entwicklungsmöglichkeit für Trauermücken, Springschwänze und viele andere Schadinsekten.. Am besten ist es, die Klarsichttöpfe in enen Übertopf oder andere Container/ Töpfe zu setzen, so dass sie vor Licht geschützt sind.

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6. Das Substrat

Für das Umtopfen der Orchideen benötigen Sie immer ein spezielles Orchideensubstrat, Wichtig ist für die Qualität immer die frische Abfüllung. Oftmals werden die Substrate gemischt, in Plastiktüten eingeschweißt, und erreichen dann erst nach langerer Lagerzeit den Kunden. Dabei haben sich diese Mischungen in der Verpackung zersetzt, sind stark stickstoffhaltig, und häufig verbrennen dann die Wurzeln der umgetopften Pflanzen. Sie sollten Orchideensubstrat, wenn möglich, immer in einer Orchideengärtnerei kaufen, die dieses Produkt frisch abfüllt, und es zu Hause immer trocken und luftig lagern. So bleibt es mehrere Jahr lang nutzbar.

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7. Eintopfen

Wenn es die Wurzelmenge nicht zwingend vorschreibt, sollte man bei derselben Topfgrösse bleiben. In vielen Fällen kann der gereinigte Topf auch wiederverwendet werden. Nur wenn die Blattgrösse deutlich zugenommen hat, und die Wurzelmenge es nicht anders zulässt, ist es sinnvoll, auf die nächste Topfgrösse auszuweichen. Drehen Sie nun die Orchideenwurzeln vorsichtig in das neue Pflanzgefäß. Es kommt häufig vor, dass die Wurzeln dabei brechen. Das ist nicht weiter schlimm, den der Wurzelfaden (die eigentliche Wurzel) in der Mitte zerreißt nicht, und die Wurzel wächst problemlos vorne weiter. Drehen Sie die Pflanze so tief in den Topf, dass alle Wurzeln, auch eventuell neu erscheinende Wurzelspitzen sich unterhalb der Oberkante des Topfes befinden. Richten Sie Ihre Phalaenopsis dabei gerade, falls sie sich vorher Richtung Fenster entwickelt hat. Jetzt kommt der wichtigste Moment beim Umtopfen: Füllen Sie das frische Substrat unbedingt zwischen die Wurzeln, ziehen Sie dabei die Wurzeln auseinander, das das frische Substrat dazwischenfällt. Dabei kann man an die Topfseiten klopfen, den Topf aufstossen, schütteln und alles machen, was dazu beiträgt, dass die Zwischenräume gefüllt werden. Vielfach wird das neue Substrat einfach oben aufgefüllt, und dann mit den Daumen nach unten gedrückt. Dabei können die Wurzeln reissen, sie werden auch in der Mitte und unten auf dem Boden zusammengedrückt. Nachfolgend fangen viele Wurzeln dann an zu faulen. Füllen sie durch Schütteln und stetes, langsames Nachfüllen den Topf bis oben auf, und achten Sie bitte darauf, dass alle Wurzeln mit frischen Substrat bedeckt werden.

8. Nachbehandlung

a. Die umgetopfte Pflanze(n) bitte 24 Stunden nicht giessen oder sprühen. So haben Bruch- und Schnittstellen Zeit, sich zu verschließen, damit bei Feuchtigkeit keine Krankheitserreger eindringen können.

b. In den ersten 14 Tagen sollten die Blattunterseiten morgens und abends besprüht werden. Auf der Blattoberseite gibt es eine wachsartige Schutzschicht, die Cuticula, die wasserundurchlässig ist. Auf der Unterseite sitzen die Spaltöffnungen, die insbesonders in der Dämmerung aktiv sind wenn in der Natur der Tau fällt und dann die Feuchtigkeit aufnehmen. So bekommt durch das Sprühen die Pflanze genügend Feuchtigkeit, und kann sich in Ruhe von dem Umpflanzen erholen. Bei schlechtem Wurzelwerk sollten die Blattunterseiten so lange besprüht werden, bis die Blätter wieder Spannkraft und Glanz bekommen, danach kann man es langsam reduzieren.

c. Bitte die ersten 4 Wochen nach dem Umtopfen nicht düngen. Die Wurzeln sollten hungrig sein, und auf Nahrungssuche gehen, so bildet sich das neue Wurzelwerk wesentlich schneller aus.

 

Viel Erfolg beim Umtopfen wünscht Ihnen Ihr Team von Röllke Orchideen.