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Aufbau einer Orchideensammlung

Orchideen sind mehr als eine Topfpflanze auf der Fensterbank. Und doch fängt in den allermeisten Fällen das Hobby als solches an.
Die erste Pflanze bekommt man geschenkt oder erwirbt sie irgendwo mehr oder weniger günstig, weil die attraktiven Orchideenblüten gut gefallen. Meist ist es ist eine Phalaenopsis, denn diese blühen am meisten und am längsten sofern sie denn richtig gepflegt werden.

Das richtige Interesse kommt meist, wenn die Pflanzen das erste Mal zu Hause zur Blüte kommen. Und dann fragt man Bekannte, oder surft im Internet, oder kauft sich ein Buch, und ist meistens doch so schlau wie vorher. Man möchte irgendwann auch gerne mal etwas anderes ausprobieren, als die weit verbreitete Phalaenopsis, man informiert sich über Gattungen wie Cattleya, Oncidium, Odontoglossum, Paphiopedilum, Dendrobium oder Brassia und fragt sich, was bei der Kultur derselben zu beachten ist.
Viele Angaben zu den Pflanzen erscheinen zunächst widersprüchlich: Licht ja, aber keine Sonne, nicht oft gießen, aber nicht zu wenig, keine trockene Luft, aber zu feucht stehen darf sie auch nicht.

Eine einfache Lösung zu diesem Problem ist ein Besuch in einer Fachgärtnerei, bei einem Besuch kann man durch Fragen sicherlich den ein oder anderen nützlichen Tipp oder Hinweis bekommen.

Grundsätzlich stellt sich als Erstes die Frage, ob man die Pflanzen passend zum vorhandenen Kulturraum aussucht, oder man zuerst das Wissen erwirbt, was die gewünschten Orchideen für Bedingungen wünschen, und dann einen entsprechenden Kulturraum dafür schafft.

Wahl des Fensters
Wenn Orchideen zum Hobby werden, dann sollte man zunächst einmal sich darüber im Klaren werden, welchen Kulturplatz man der Phalaenopsis, Cattleya, dem Paphiopedilum oder dem Odontoglossum zur Verfügung stellen kann: Ost- oder Westfenster, Vitrine, Wintergarten, Gewächshaus oder sogar im Keller unter Kunstlicht - die Möglichkeiten sind zahlreich.
Nicht jede Pflanze eignet sich für jedes Fenster, große Phalaenopsis Hybriden in einer Vitrine sind genauso unpassend wie eine Cattleya am Nordfenster.
Für das Ost- oder Westfenster sind geeignet: Brassia, Paphiopedilum, Phalaenopsis, einige Cattleya, Dendrobium-nobile Hybriden, Odontoglossum, Bulbophyllum, Cirrhopetalum.
Für das Südfenster, wenn man von Mai bis September in der Mittagszeit abschattet, sind geeignet: Phalaenopsis, Cattleya, Dendrobium biggibum und andere hartlaubige Dendrobium, Vanda, Ascocenda, mehrblütige Frauenschuhe (keine Revolverblüher).
Für das Nordfenster sind geeeignet: Phalaenopsis (bedingt, nur bei hellem Fenster), Odontoglossum, Miltonia, Masdevallia, Brassia, und einige Paphiopedilum (Frauenschuhe), Bulbophyllum & Cirrhopetalum (Auswahl)
Für die Vitrine sind geeignet: Pleurothallis, Restrepia, Masdevallia, Dracula, Porroglossum, Bulbophyllum, Cirrhopetalum (Auswahl) und viele andere kleinwüchsige Mini Orchideen, die höhere Luftfeuchtigkeit vertragen und brauchen.
Für den geheizten Wintergarten sind geeignet: Phalaenopsis, Cattleya, die meisten Dendrobium, Ascocenda, Vanda, Brassia, Paphiopedilum (Frauenschuhe) und viele mehr.
Für den ungeheizten Wintergarten sind geeigent: Cymbidium, Dendrobium (Auswahl), Coelogyne (Auswahl)

Einrichten einer Fensterbankkultur
Zu Beginn des Orchideenhobbys werden die Orchideen meist in Übertöpfe gestellt. Hier gibt es im Handel viele Übertöpfe, die so konzipiert sind, dass das Wassser nach dem Gießen abtropfen kann und die Pflanzen nicht im Wasser stehen. Man sollte sich aber nicht nur auf den Übertopf verlassen, sondern nach dem Gießen selbst überprüfen, dass die Orchidee nicht im Wasser steht.

Für optimales Wachstum benötigen die Pflanzen jedoch ausreichend Luftfeuchte, die während der Heizperiode oder an trockenen Tagen im Sommer nur schwer zu erreichen ist. Hier schaffen unsere Orchideen Fensterbankschalen Abhilfe. Es gibt sie in 2 Größen und 2 Farben, so dass sie praktisch auf jede Fensterbank passen. Durch die Einlagegitter kann das Wasser nach dem Gießen der Orchideen ablaufen und bleibt für das Raumklima erhalten. Durch die praktischen Maße kann man sie einfach abzuräumen und der stabile Kunststoff ist schnell zu reinigen, wenn es sich als notwendig erweist.

Ebenso ist es ohne weiteres möglich, für ein Orchideenfenster Haken in der Decke anzubringen, um einige Orchideen wie Dendrobium oder Coelogyne, mit hängenden Rispen hängend kultiviert werden. Hier sind besonders unsere Topfhänger gefragt.

Ost- und Westfenster sind die idealen Fenster für den Aufbau einer Orchideensammlung, lichtbedürftige Pflanzen mit harten Blättern können durch ihren Standort in der ersten Reihe nahe am Licht den weichlaubigen Pflanzen in der zweiten Reihe Schatten spenden.

Nordfenster eignen sich besonder für weichlaubige, schattenliebende Pflanzen wie Masdevallia, Miltonia, Odontoglossum, Brassia und einige mehr. Allerdings mögen diese Pflanzen keine trockene Luft. Normal reicht die Luftfeuchtigkeit für gesundes Wachstum in der Wohnung aus, aber durch den Einsatz von Fensterbankschalen verbessert sich das Wachstum, Ziehharmonikablätter werden weitestgehend vermieden, und Thripsen sowie Roter Spinne wird vorgebeugt.

Südfenster sollten, falls sie nicht einen natürlichen Schatten wie einen Baum (oder überstehendes Dach, Markise) besitzen, von Mai bis Ende August in der Mittagszeit an sonnigen Tagen abschattiert werden (herunterlassen der Jalousien o. Ä.). Vanda und Ascocenda, Cattleya, und hartlaubige Dendrobium fühlen sich dann sehr wohl, Phalaenopsis zeigen deutlich mehr Blüten, und auch mehrblütige Paphiopedilum könnnen hier sehr gut gedeihen. Phalaenopsis sollten allerdings vom Frühjahr her  an diesen Standort gewöhnt werden, damit sie eine dicke (Sonnen-) Schutzschicht  (Cuticula) auf den Blättern ausbilden.

Vitrinen stellen eine Möglichkeit dar, Orchideen im Zimmer zu kutltivieren, unabhängig von den vorhandenen Fenstern. Der Aufbau einer Vitrine wird auf dieser Homepage an anderer Stelle gezeigt und erklärt. Aber für die Pflanzenauswahl eignen sich am besten Miniaturorchideen wie Masdevallia, Restrepia, Porroglossum, Pleurothallis, Bulbophyllum, Dracula, und viele mehr....

Wintergärten gibt es in beheizt und unbeheizt, wobei letzteres öfter zutrifft. Für die richtige Pflanzenauswahl empfehlen wir immer den Besuch beim Spezialisten, auch wir sind gerne für Sie da. Da eine Beratung aber meist über 1 Stunde dauert, empfiehlt es sich auf jeden Fall, uns vorher zu kontaktieren, damit wir uns die Zeit für Sie und Ihre Anliegen nehmen können.

Der beheizte Wintergarten kann (bis auf die Lüftung) meist genauso wie ein Gewächshaus behandelt werden, vom Prinzip her ist er für alle Gattungen geeignet. Der unbeheizte Wintergarten ist meist nur für kühle Cymbidium, kühlwachsende Dendrobium und kühle Coelogyne geeignet.


Nun aber endlich zurück zum Thema, der Aufbau einer Orchideensammlung. Nachdem erst einmal die Möglichkeiten für die Kultur zu Hause besprochen wurden, kurz einmal zu dem üblichen Kundenverhalten.
Die meisten Kunden kommen nach einigen Jahren Erfahrungen und haben den Wunsch nach einer anderen Orchideen als eine Phalaenopsis. Allerdings stellen Sie meistens dieselben Erwartungen, die sie von den Falterorchideen kennen, an andere Gattungen. Dem ist leider nicht so.
Dendrobium sind sehr vielfältig und haben sehr verschiedene Blütenzeiten. Die Blütezeit der Cattleya ist im Verhältnis zur Phalaenopsis sehr kurz, nur der Frauenschuh kann meist mit einer Blütezeit von 6-12 Wochen die hochgesteckten Erwartungen erfüllen. Die Blütezeiten der anderen Gattungen hier aufzuführen ist müßig, denn sie sind sehr unterschiedlich, von wenigen Tagen bis 2-3 Wochen, z.T. aber mehrmals im Jahr, und sie variieren auch von Art zu Art innerhalb einer Gattung.

Dieses sollte man wissen und berücksichtigen, wenn man sich für andere Orchideen als die Phalaenopsis interessiert. In vielen Fällen wird zuerst einmal gekauft, was blühend vorgefunden wird und erst im Laufe der Zeit zeigt sich eine Vorliebe für eine bestimmte Gattung, Wuchsgröße oder Pflanzen bestimmter Länder. Diesen Vorgang kann man leider kaum abkürzen, denn es bedarf einiger Zeit herauszufinden, welche Pflanzen sich bei dem Orchideenliebhaber wohlfühlen und ihn mit Blütenpracht erfreuen. Und selbstverständlich wird diese sich am besten entwickelnde Orchideengattung immer mehr in den Mittelpunkt des eigenen Interesses rücken.

Auffällig ist im Laufe der Jahre ein kleiner Geschlechterunterschied im Kaufverhalten geworden. Während die Frauen unter den Orchideenliebhabern sich unabhängig von Orchideengattung meist von den Farben und der Blühwilligkeit inspirieren lassen, bricht beim männlichen Geschlecht meist der Sammler und Jäger durch.
Und der ist häufig von dem inneren Drang besessen, alle Arten einer Gattung haben zu müssen, und vergißt darüber häufig, dass das Hobby schnell zur Arbeit werden kann.

Darum hier ein kleiner Tipp:

Solange eine Sammlung überschaubar bleibt, macht sie Spaß. Wenn sie eine Größenordnung erreicht, wo das Umpflanzen, die tägliche Pflege und Versorgung zur Arbeit wird, dann hat das Hobby zu große Dimensionen angenommen. Daher sollte beim Kauf von Pflanzen auch mal darauf geachtet werden, ob es sich wirklich um eine Pflanze handelt, die dem Betrachter durch Ihre Entwicklung viele Jahre Spaß bereitet, oder ob es nur ein spontaner Gelegenheitskauf ist.
Manchmal ist es auf Dauer günstiger, für eine besondere Orchidee etwas mehr zu bezahlen und sich viele Jahre daran zu erfreuen als einen Spontankauf nach einem Jahr satt zu haben, weil man ihn schon häufig gesehen hat.

Mit zunehmender Erfahrung in der Kultur der Lieblinge lernt man auch so viel dazu, dass man die ganzen, zu Anfang oft widersprüchlich erscheinenden, Tipps verstehen, filtern und anwenden kann. Der nächste Schritt ist dann meist der Versuch, Orchideen aufgebunden zu kultivieren. Hier muss man lernen, welche Unterlagen gewählt werden (Korkplatte, Naturholz, EPI-WEB u.v.m.), ob Sphagnum als Untergrund aufgebunden werden muss, oder ob Gießtöpfe wirklich die optimale Lösung sind, vielleicht klappt es ja doch mit Hygrolon besser.

Diese Erfahrungen sind nicht nicht immer mit Erfolg verbunden, darum sollte man für seine Versuche Rück- oder Teilstücke verwenden. Aber in der Pflanzenauswahl und in den Unterbringungsmöglichkeiten bieten sich ganz neue Möglichkeiten.

 

Nicht selten wenden sich Kunden an uns, und wollen einen Stamm oder eine Rückwand komplett natürlich bepflanzt haben, oder auch diese selbst bepflanzen. Ein ganz natürliches Vorhaben, denn ein kleiner Orchideendschungel im Zimmer lässt doch den Hauch von Tropen gerade an trüben Herbst und Wintertagen durch das Zimmer wehen. Er kann nicht wehen, man lässt ihn wehen.

Bitte beachten Sie, dass Sie die Pflanzen immer so unter- oder anbringen, dass Sie einzeln entnehmbar sind und so gezielt bearbeitet und behandelt werden können.

Auch bei aller Vorsicht, Woll-, Schmier- und Schildläuse werden irgendwann auftauchen, auch Thrips und Rote Spinne werden sich über kurz oder lang ein Stelldichein geben. Und dann reicht es häufig aus, die einzelnen  Orchideen zu behandeln, es muss nicht das ganze Fenster eingegiftet werden.

Auch Pflanzen entwickeln sich, zwar langsam, aber stetig, und Gattungen wie Restrepia, Bulbophyllum, Masdevallia und u.v.a. können in einer Vegetationsperiode 5-10 Neutriebe bilden, und dann schnell den zur Verfügung stehenden Platz sprengen, oder weit über die Unterlage hinwegwachsen. Wenn man sie dann aufwendig, meist unter Zerstörung des Wurzelwerkes zur Bearbeitung entnehmen muss, dann liegen die Vorteile in der Unterbringung als Einzelpflanze klar auf der Hand.


Die Vielfalt macht's
Kann ich denn verschiedene Orchideengattungen zusammen kultivieren? ist eine der häufig an uns gerichteten Fragen. Ja , ist die einfache und wahre Antwort, wenn die Pflanzen dem Kulturraum angepasst sind. Jedes Fenster, jede Vitrine und jeder Wintergarten haben hellere und dunklere Ecken, kühlere und wärmere Bereiche und feuchtere und trockenere Stellen. Hier findet sich die Erklärung für die oben erwähnten, sich zum Teil widersprechenden Tipps, weil diese Kleinigkeiten oft vergessen werden.

Die Aufgabe des Kultivateurs ist es, diese Bereiche richtig zu bestücken, und seine Orchideen durch die richtige Kultur optimal zur Blüte zu bringen. Sich dabei nur auf eine Gattung zu beschränken, ist zwar möglich, aber sehr aufwendig.

Sehr interessant und spannend kann es sein, kriechende, hängende und kletternd wachsende Pflanzen mit den unterschiedlichsten Blütenformen und Farben zu kombinieren.

Ich habe Vitrinen nur mit Orchideen gesehen, die nur mit Orchideen, deren Blattformen interessant erschienen, bestückt waren, und auch Fenster, in denen nur Orchideen verschiedener Gattungen mit weißen Blüten standen.


Wie finde ich meine Orchideen
Die Fensterbank, Vitrine oder der Wintergarten sind fertig, und nun sollen die Orchideen Einzug halten. Aber bitte nicht die Baumarktpflanzen , die jeder hat.

Hier gibt es im Zeitalter des Internets zahlreiche Möglichkeiten, sich seine bevorzugten Orchideen zu besorgen.

Einen ersten, einfachen Schritt haben Sie bereits gemacht, denn Sie befinden sich auf unserer Homepage mit einem reichhaltigen, ständig wechselndem Angebot. Man kann aber auch nach Orchideen-Shop , oder dem Namen z.Bsp. Phalaenopsis gigantea googeln. Auf diese Art und Weise kann man schnell fündig werden. Ob die gelieferte Pflanzenqualität dann immer den eigenen Wünschen entspricht, ist auch ein Risiko. Gerade bei sehr seltenen Pflanzen werden häufig nur Rückstücke oder Importe aus dem Ausland zum Verkauf angeboten. Diese Pflanzen sind nicht immer optimal in Kultur, das ist völlig normal, und wird von den erfahrenen Orchideenliebhabern meist problemlos akzeptiert.

In unserem Orchideen Shop versuchen wir immer, Ihnen die bestmöglich Qualität zu liefern, und helfen auch gerne bei der Suche nach Pflanzen, die wir selber nicht führen.

Für manche Pflanzen muß man einiges an Geduld mitbringen. 1988 habe ich selber ein Bild von Bulbophyllum leucorrhodum gesehen, seitdem suche ich diese Art.

Auch in Orchideenforen kann man sich umhören, hier gibt es häufig Mitglieder die einzelne Gärtnereien aufgesucht haben, und sich häufig daran erinnern, die gewünschte Pflanze gesehen zu haben.